
Das größte Werk der Bühnengeschichte - Richard Wagners Ring des Nibelungen wird in diesem Werk bündig, schlüssig und immer verständlich besprochen. Ich habe es selber zur Vorbereitung auf den Ring der Deutschen Oper Berlin angeschafft und die Kapitel zu jeder der vier Opern begleitend gelesen. Eine bessere Vorbereitung lässt sich kaum denken: Man versteht die Zusammenhänge, die Motive, die Themen, die alle vier Stücke einander verbinden. Der Sinn vieler Stellen, der sonst während der Aufführung vielleicht dunkel geblieben wäre, erschließt sich durch Wapnewskis Anmerkungen wesentlich besser. Dabei wird auf Fachkauderwelsch oder blumige Umschreibungen völlig verzichtet, was den Text hervorragend lesbar und erhellend macht. Besonders positiv ist dreierlei hervorzuheben: Der Verfasser, selbst eigentlich Germanist und nicht Musikwissenschaftler, fragt immer auch nach Wagners Vorbildern in der deutschen und altnordischen Literatur, was dem Leser vielfach das Handwerkszeug gibt, die Hintergründe der Entstehung zu begreifen. Zweitens werden mehrere dunkle Stellen von Wapnewski einfach mit anderen Worten noch einmal umschrieben, sodass dem Leser der Sinn im Gesamtzusammenhang deutlich wird. Und drittens ist der Band, eingebettet in die Besprechung der Szenen, mit vielen Szenenphotos historischer und neuerer Aufführungen versehen, die die Gestaltung der Bühnenbilder durch die Jahrzehnte nachvollziehbar machen - mir wurde so die Stellung Berliner Inszenierung von Götz Friedrich verständlich.Kurzum: Wer sich, wie ich, den Ring erstmals erschließen will und eine kurzweilige und luzide begleitende Lektüre sucht, ist mit diesem Werk bestens bedient.
eine der besten Einführung in Wagners Ring - .Peter Wapnewskis Der Ring des Nibelungen ist meiner Ansicht nach eine der besten, fundiertesten, kompetentesten und auch verständlichsten Einführungen in Wagners Musikdramen-Epos..Wapnewski gibt zunächst knappe, aber dennoch präzise und detaillierte allgemeine Informationen über Wagners Ring, wie seine Entstehung, die Quellen, das Umfeld und die Formen.Im Anschluß daran erklärt Wapnewski das, was auf der Bühne und im Orchestergraben passiert. Dabei hält er sich streng an das Geschehen auf der Bühne: Es ist somit möglich, gezielt einzelen Szenen anzupeilen und man verliert sich nicht in einem umfangreichen, schier endlosen Text. Am Ende jedes Kapitels sind in Anmerkungen Einzelprobleme nochmals ausführlicher dargelegt und erklärt. .Ergänzt wird der Band durch umfangreiches Bildmaterial (zB von Gegenüberstellungen verschiedenen Inszenierungen und Bühnenbildern), einfachen Notenbeispielen sowie einem üppigen zum Teil kommentierten Literaturverzeichnis. .Lobend muss erwähnt werden, dass Wapnewski auf hochtrabende Fachsimpelei weitgehend verzichtet. Die Lektüre ist also auch für den zugänglich und verständlich, der wenig oder gar keine Ahnung von Musik hat. Dennoch findet auch der Fachmann interessante Anregungen und Sichtweisen..Alles in allem sehr empfehlenswert!!